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Der Igel im Kleingarten – Ein stacheliger Helfer braucht unsere Unterstützung

Wenn an einem warmen Sommerabend ein leises Rascheln durch das Laub geht, lohnt sich ein genauer Blick. Mit etwas Glück ist dort einer der beliebtesten Gartenbewohner unterwegs: der Igel. Seit Generationen gehört er zu unseren Gärten und Kleingartenanlagen. Doch was früher selbstverständlich war, wird heute immer seltener. Der Lebensraum des Igels schrumpft, und immer häufiger ist er auf naturnahe Gärten angewiesen.

Dabei profitieren nicht nur die Tiere von einem igelfreundlichen Garten – auch wir Kleingärtner gewinnen einen nützlichen Mitbewohner.

Ein fleißiger Gartenhelfer

Igel sind Insektenfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen Käfer, Raupen, Ohrwürmer, Schnecken und viele andere Kleintiere. Besonders in den Abend- und Nachtstunden durchstreifen sie auf der Suche nach Nahrung die Gärten und leisten dabei ganz nebenbei einen wertvollen Beitrag zum natürlichen Gleichgewicht.

Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum fressen Igel allerdings nicht ausschließlich Nacktschnecken. Vielmehr bevorzugen sie abwechslungsreiche Nahrung und tragen insgesamt dazu bei, Schädlingspopulationen in Schach zu halten.

Warum der Igel Hilfe braucht

Unsere Gärten werden immer ordentlicher. Kurz geschnittener Rasen, versiegelte Wege, aufgeräumte Beete und dichte Zäune sehen zwar gepflegt aus, bieten Wildtieren jedoch kaum Lebensraum.

So wird der Kleingarten igelfreundlich

Mit wenigen Maßnahmen lässt sich viel bewirken.

  • Laub liegen lassen
    Ein Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke bietet Nahrung, Schutz und oft sogar ein Winterquartier. Wer das Herbstlaub nicht vollständig entfernt, schafft wertvollen Lebensraum.
  • Natürliche Verstecke schaffen
    Reisighaufen, Totholz, Hecken oder dicht bepflanzte Bereiche dienen als sichere Rückzugsorte. Ein kleiner „wilder“ Bereich im Garten ist für viele Tiere ein Gewinn.
  • Durchgänge ermöglichen
    Igel legen jede Nacht mehrere Kilometer zurück. Kleine Öffnungen von etwa 13 × 13 Zentimetern im Zaun ermöglichen ihnen, zwischen den Parzellen zu wechseln und ausreichend Nahrung zu finden.
  • Wasser statt Milch
    Vor allem in heißen Sommern freuen sich Igel über eine flache Schale mit frischem Wasser.
    Milch gehört jedoch nicht in den Garten: Igel vertragen den Milchzucker nicht und können schwere Verdauungsprobleme bekommen.
  • Vorsicht beim Mähen
    Mähroboter sollten möglichst nur tagsüber eingesetzt werden. Igel fliehen bei Gefahr nicht, sondern rollen sich zusammen – ein Verhalten, das sie gegenüber den scharfen Messern leider nicht schützt.
    Auch vor dem Einsatz von Motorsensen oder dem Umsetzen von Holz- und Reisighaufen sollte kurz kontrolliert werden, ob sich dort ein Igel versteckt.

Gemeinsam Lebensraum schaffen

Eine Kleingartenanlage kann zu einem wichtigen Rückzugsort für Igel werden. Schon viele kleine Maßnahmen ergeben zusammen ein großes Netzwerk aus Nahrung, Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten.

Jeder Laubhaufen, jede naturnahe Ecke und jeder kleine Durchgang im Zaun hilft dabei, dass der stachelige Gartenbewohner auch künftig unsere Gärten besucht.

Denn ein Garten, in dem sich Igel wohlfühlen, ist meist auch ein gesunder und lebendiger Garten – voller Vielfalt, summender Insekten und natürlichem Gleichgewicht.

Bauanleitung: Ein Igelhaus selbst bauen

Ein Igelhaus bietet den stacheligen Gartenbewohnern einen geschützten Platz zum Überwintern oder zum Ausruhen. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich ein langlebiges Igelhaus an einem Nachmittag selbst bauen.

Empfehlenswerte Baupläne und weitere Informationen

Wer einen detaillierten Bauplan mit Maßzeichnungen sucht, findet bei diesen Organisationen ausgezeichnete Vorlagen: